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Dr. Adana Omágua Kambeba –
Ärztin · Indigene Wissenshüterin · Kosmische Diplomatie

Adana Omágua Kambeba in der Schweiz 15.–23. September 2026

Während ihres Aufenthalts in der Schweiz bietet Adana Omágua Kambeba verschiedene Formate für Universitäten, Forschungseinrichtungen, Kulturinstitutionen und die interessierte Öffentlichkeit an.

Dr. Adana Omágua Kambeba ist Ärztin und Wissenshüterin des Omágua-Kambeba-Volkes. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von indigener Medizin, westlicher Wissenschaft und interkulturellem Dialog. Als erste indigene Frau ihres Volkes im brasilianischen Amazonasgebiet, die Medizin an der Universidade Federal de Minas Gerais studierte, verbindet sie medizinische Praxis mit dem Engagement für die Anerkennung indigener Wissenssysteme als eigenständige Wissens- und Wissenschaftstraditionen.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit und Heilung: Der Mensch wird nicht als isoliertes Individuum betrachtet, sondern als Teil eines Beziehungsnetzes zwischen Gemeinschaft, Territorium, Pflanzen, Ahnen und der mehr-als-menschlichen Welt. Als Autorin wissenschaftlicher Publikationen und internationale Referentin entwickelt Adana neue Perspektiven auf Gesundheit, innere Heilung und die Beziehung zwischen unterschiedlichen Wissenssystemen.

In ihrer Forschung und Vermittlungsarbeit verbindet sie medizinische Wissenschaft mit indigenen Kosmologien, Spiritualität, ökologischer Verantwortung und kulturellen Rechten. Konzepte wie Lived KinshipsConfluence und Cosmic Diplomacy eröffnen dabei neue Räume für einen respektvollen Austausch zwischen indigenem und westlichem Wissen.

Mit ihrer Arbeit trägt Adana Omágua Kambeba zu internationalen Debatten über Gesundheit, psychische Gesundheit, Biodiversität, Klimakrise und indigene Rechte bei. Ihre Perspektive steht für eine Medizin der Beziehungen, Verantwortung und Fürsorge – und für ein Verständnis von Gesundheit, das wissenschaftliche Erkenntnis mit kultureller Vielfalt und planetarer Verbundenheit verbindet.

Adanas Programm in der Schweiz wird derzeit weiter ausgearbeitet und laufend ergänzt. Weitere Veranstaltungen und Anmeldemöglichkeiten werden in Kürze veröffentlicht.

16. September 2026 · Studio Mare, Neumünsterallee 21 im Zürcher Seefeld

Kollaboration mit Verein Studio Mare/Zoe Miku, Psychedelic Salon Susanne Seiler und MushRoom Wailea Zuelch

17:30 Uhr · Lived Kinships · Confluence · Cosmic Diplomacy
Vortrag / Gespräch für Heilpraktiker*innen, Therapeuten und interessierte Öffentlichkeit – 1h PT/DE

Eine Einführung in zentrale Konzepte aus Adanas Arbeit und ihrer Perspektive auf indigene Wissenssysteme, Gesundheit und Heilung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unterschiedliche Formen des Wissens miteinander in Beziehung treten können – zwischen indigener Medizin, westlicher Wissenschaft, Spiritualität und einem relationalen Verständnis von Mensch, Natur und Gemeinschaft.
Offen/Kollekte (keine Anmeldung)

19:00 Uhr · Women’s Circle – Inner Healing Encounter
Zeremonie für Frauen – 2h PT/DE

Ein geschützter Raum für Frauen, der durch Gespräch, Reflexion und indigene Perspektiven auf Heilung, Körper, Spiritualität und Verbundenheit einen gemeinsamen Raum für innere Einkehr und Austausch eröffnet. Im Mittelpunkt stehen innere Heilung als Beziehungsprozess, indigene Kosmologien, Spiritualität, Pflanzenwissen sowie zeitgenössische Perspektiven auf Gesundheit und Fürsorge. Mit Rapé, eine traditionelle Praxis aus der Amazonasregion, bei der eine pflanzliche Tabakmischung mithilfe eines Blasrohrs in die Nase eingeblasen wird. Die Teilnahme ist freiwillig. Audio- und Videoaufnahmen sind nicht erlaubt.

Ernährungshinweis: Bitte nur leicht zu Mittag essen; eventuell gegen 16 Uhr noch ein kleines Zvieri. Danach möglichst nichts mehr essen.
Kosten: CHF 80 pro Person
Anmeldung (Link folgt)

22. September 2026 · Universität Zürich

Kollaboration mit PROZ – Psychedelic Research Organization of Zurich und reconnect foundation

19:00 Von der Renaissance zur Konfluenz: Kosmische Diplomatie und ein neues Paradigma für die psychedelische Wissenschaft im Globalen Süden
Lecture/Learning Encounter für Studierende/Fachpublickum/allgemeine Öffnetlichkeit mit anschliessendem Get-together – 1.5 h PT/EN

Diese Vorlesung reflektiert die Möglichkeiten eines Dialogs zwischen indigenen Wissenschaften und westlicher Wissenschaft anhand des Konzepts der Kosmischen Diplomatie. Anstatt diese Wissenssysteme als konkurrierend oder gegensätzlich zu verstehen, lädt sie dazu ein, Wissenschaft als einen Prozess zu denken, der auf Gegenseitigkeit, Respekt und interkultureller Zusammenarbeit beruht.

Die Praktiken und Wissenssysteme indigener Völker bilden eine wichtige Grundlage der heutigen psychedelischen Forschung. Gleichzeitig stellt dieses Erbe die wissenschaftliche Gemeinschaft vor die Herausforderung, ethischere, gleichberechtigte und verantwortungsvolle Beziehungen zu jenen Gemeinschaften zu entwickeln, die dieses Wissen über Generationen bewahrt und weitergegeben haben.

Die Vorlesung untersucht Möglichkeiten, Partnerschaften zwischen indigenen Gemeinschaften, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Gesundheitsfachpersonen und der pharmazeutischen Industrie zu stärken. Im Zentrum steht dabei die Anerkennung unterschiedlicher Formen der Wissensproduktion und des Umgangs mit Gesundheit und Leben.

Dabei geht es weniger um die Vorstellung eines neuen wissenschaftlichen Modells als um die Einladung zu einer Konfluenz verschiedener Wissenssysteme – getragen von Ethik, Interkulturalität, geteilter Verantwortung und einem gemeinsamen Engagement für den Schutz von Menschen, Territorien und der Vielfalt des Wissens, die zur Zukunft von Gesundheit, Wissenschaft und Menschheit beitragen kann.

Zielpublikum: Forschende, Studierende, Gesundheitsfachpersonen, Vertreter:innen indigener Gemeinschaften, Fachpersonen aus der pharmazeutischen Industrie, politische Entscheidungsträger:innen sowie alle, die sich für den Dialog zwischen indigenen Wissenschaften, westlicher Wissenschaft und psychedelischer Forschung interessieren.

Der Encounter lädt dazu ein, bestehende wissenschaftliche Paradigmen kritisch zu hinterfragen und über neue Formen von interkultureller Forschung, Wissensproduktion und Zusammenarbeit nachzudenken. Themenfelder: Indigenous Medicine · Indigenous Epistemologies · Psychedelic Research · Intercultural Health · Lived Kinships · Confluence · Cosmic Diplomacy · Decolonial Science

Weitere Informationen und Anmeldung folgen.